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Alte Wege neu erfasst — Schwachstellen­analyse Jakobsweg als Wandertipp

Die heutige Route des weltberühmten Jakobswegs besteht seit dem 11. Jahrhundert. Es ist wohl das erste Mal in der langen Geschichte des Pilgerweges, dass dessen Schwachstellen digital erfasst wurden.

Teamleiterin Annick Nussbaumer hat in drei Tagen die 40 Kilometer abgelaufen, mit dem Ziel, mittels dieser Begehung den Zustand dieses Abschnittes zu erheben und anschliessend Massnahmen vorzuschlagen.

Diese Route ist aber auch ganz wunderschön, ohne den Zustand zu erheben, sondern einfach, um zu wandern. Vielleicht darf unser Auftrag Sie für eine Wanderung inspirieren? Wir würden uns sehr freuen! Lesen Sie unseren Projektbeschrieb quasi als Wandertipp für den Sommer: 

Schriftzug «Schwabenweg» auf weissem  Hintergrund, «Thurgauer Rundwanderweg» auf braunem. Die lokale Schweiz-Mobil-Route ist mit gelben Wegweisern ausgeschildert. Die Signalisation entspricht nicht der Norm, Zielangaben fehlen. Für Wanderer und Wandererinnen kann dies verwirrend sein. Die Merkmale der soeben identifizierten Schwachstelle sind rasch ins Erhebungstool eingegeben, kurz beschrieben und mit einem Massnahmenvorschlag ergänzt.

Als erstes Teilstück des Jakobsweges in der Schweiz wurde 1991 der Pilgerweg Thurgau als sogenannter Schwabenweg eröffnet. Heute verläuft der Jakobsweg im Kanton Thurgau von Kreuzlingen via Märstetten nach Fischingen (Schweiz-Mobil-Route 4 ViaJacobi, Etappen 21 und 22). 

Faulheit als Innovationstreiber?
Initiiert wurde das Projekt von Hannes Stricker, dem ehemaligen Präsidenten des Pilgerkomitees Thurgau. In einem Schreiben hat er auf den verbesserungswürdigen Zustand des Pilgerweges hingewiesen. Die daraufhin vom Tiefbauamt des Kantons Thurgau in Auftrag gegebene Erhebung hat nicht wie üblich analog, sondern digital stattgefunden. Schwachstellen sind einfacher zu erfassen; diverse Daten müssen nicht mehr selbst mühsam eingetragen werden, sondern werden automatisch abgefüllt oder mit GIS-Auswertungen generiert. Dargestellt sind die Daten in der von ewp entwickelten Web Applikation «ewp map». Diese ermöglicht eine effiziente Datenbewirtschaftung. Kundinnen und Kunden erhalten einen eigenen Zugang und können so jederzeit Daten selbst bearbeiten oder aktuelle Reportings erstellen. Auf die Idee, ein solches Tool zu entwickeln, kam das Team Geoinformation und Werterhaltung aus einem simplen Grund: Digitale Lösungen vereinfachen Vieles. Zu behaupten, Faulheit dürfte der treibende Innovationsfaktor gewesen sein, wäre unangebracht. ewp forscht und entwickelt gerade im Bereich der Geoinformation enorm viel. 

Der Weg ist das Ziel 
«Faulheit» kann in einem anderen Zusammenhang doch noch aufgegriffen werden: ist es doch – so wohl der gesellschaftliche Tenor – eine menschliche, charakterliche «Schwachstelle». Annick Nussbaumer schildert eindrücklich, wie sie (gerade als sehr gesellige und kommunikative Person) die Schwachstellenerhebung nicht nur aus beruflicher Sicht als äusserst spannend empfand, sondern auch aus persönlicher: Tageweise ganz alleine zu wandern; da arbeitet man nicht nur an den Schwachstellen des Weges, sondern auch an sich selber. Getreu einem «alten» ewp-Motto: «Wege entstehen, indem wir sie gehen». 

Projektdetails

ewp-Wanderwegtipp:

Schweiz-Mobil-Route 4, ViaJacobi

Etappe 21:
Kreuzlingen (Konstanz, D) - Märstetten

Etappe 22: 
Märstetten - Fischingen

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«An meiner Tätigkeit als Verkehrsplaner gefällt mir die Breite des Aufgabenfelds: Von der Verkehrszählung bis zum Gesamtverkehrskonzept, von der Strasse bis zum Veloweg, vom Rhein bis zur Reuss. Jedes Projekt ist einzigartig, so dass ich bei der Arbeit viel Neues lerne. Auch schätze ich den Austausch im Team sehr, menschlich wie fachlich.»


Christoph Suter
Projektleiter

Zitat Mitarbeiter Testimonial