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Brückenbautechnik für ein Schulhaus

Der Neubau der Schulanlage Goldbach in Küsnacht ZH forderte die Ingenieure/innen von ewp, die für die Baugrube und die Stahlbetonarbeiten von der Projektierung bis zur Realisierung verantwortlich waren, auf vielen Ebenen.

Auf die vorgespannte Turnhallendecke mit über 15 Meter Spannweite wurden drei Stockwerke aufgesetzt. Zudem konnte die rund 13 Meter hohe Bohrpfahlwand nicht in den Hang rückverankert werden. Dass im Hochbau Wände vorgespannt werden, ist unüblich. Die Kabel, welche vor dem Betonieren gelegt und danach gespannt werden, um bei grossen Spannweiten kleinere Durchbiegungen und eine optimale Statik zu erreichen, kennt man eher aus dem Brückenbau. Doch eben diese Technik machte den Bau der Schulanlage Goldbach in Küsnacht erst möglich. Nötig wurde der Schritt, weil die Turnhalle mit einer Spannweite von 15.7 Metern im untersten von vier Stockwerken geplant war. Zudem wurde die Wand über der Aula nach diesem Prinzip vorgespannt. Hier war nicht die Last der oberen Stockwerke ausschlaggebend – zwei Böden der anliegenden Stockwerke mussten daran aufgehängt werden.

Eine Herausforderung stellte auch die Sicherung der Baugrube dar: Diese wurde 13 Meter tief in den Hang geplant um die Sicht der dahinterliegenden Liegenschaften nicht zu beeinträchtigen. Eine in den Hang rückverankerte, rund 13 Meter hohe Bohrpfahlwand war jedoch nicht realisierbar. Daher bestand die Sicherung aus mehreren auf den Bauablauf abgestimmten Spriessen, welche auf den seitlich angebrachten, mit Spritzbeton ausgekleideten Nagelwänden abstützten.

Auftriebssicherung wegen Hangwasser
Das Hangwasser war ein weiterer kritischer Punkt. Die Gefahr bestand, dass sich der 15 Meter breite Turnhallenboden im untersten Stockwerk durch den Wasserdruck nach oben wölbt. Bei diesem Punkt fand ewp die Lösung in bis zu acht Meter langen Pfählen, welche entlang der Mittelachse des Turnhallenbodens erstellt wurden, um den Auftrieb durch das Wasser abzufangen.

Vier Muster für den Sichtbeton
Ein gewichtiger Punkt des Baus ist der Innenausbau mit viel Sichtbeton. Dies stellte schon bei der Ausschreibung hohe Anforderungen an ewp. Während der Bauphase wurden zusätzlich vier Musterwände und -schalungen erstellt, um die gewünschte Optik und Qualität zu erreichen. Das Resultat, das seit Oktober 2018 bereits rege genutzt wird, kann sich sehen lassen.

Die Bildergalerie zeigt eindrücklich die technischen und statischen Herausforderungen des Projektes.

Projektdetails

Auftraggeber:
Schulgemeinde Küsnacht

Projektdauer:
2013-2018

Baukosten:
CHF 20 Mio.

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Patrick Ackermann
Teamleiter