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Brandschutz im Seilbahnbau — ist das wirklich nötig?

Das hat sich Kaspar Michel, Teamleiter bei ewp und Brandschutzfachmann VKF, anfänglich auch gefragt. Je mehr er sich mit den Fragestellungen beschäftigte, desto stärker faszinierten ihn die Seilbahnen.

Ein Erfahrungsbericht.

Sie erschliessen zwar – noch nicht – unsere Zentren in den Städten, dafür aber unsere bevorzugten Naherholungs-, Freizeit- und Sportgebiete in unserer wunderschönen Bergwelt. Seilbahnen sind wichtige Infrastrukturen, die das Bergerlebnis für Gäste ermöglichen. Ich bin begeistert, wie man mit einfachen Lösungen im Brandschutz rasch und unkompliziert echte Mehrwerte für den sicheren Seilbahnbetrieb erzielen und so unseren Feriengästen und Sportbegeisterten das Versprechen «Swissness» garantieren kann. Als ich die erste Anfrage von der Betriebsgesellschaft der Bahn Oberschan bekam, musste ich mir einige Fragen stellen, die meine Hirnzellen forderten:

  • Welches sind im Bahnbau die relevanten Fragen hinsichtlich des Personenschutzes im Brandfall?
  • Wie erreiche ich einen Personenschutz während der Fahrt der Kabine?
  • Sind die Betriebsanlage und die Gebäude genügend sicher hinsichtlich eines Brandereignisses?
  • Gelten die gleichen Anforderungen wie im Brandschutz des Hochbaus?

Was man im ersten Moment vielleicht gar nicht vermuten würde: Mängel im Brandschutz können für die Betriebsgesellschaft zur Existenzbedrohung werden, denn die Kontrollstelle IKSS erteilt nur den sicheren Anlagen eine Betriebsbewilligung.

Anhand von drei Projekten möchte ich aufzeigen, wie unterschiedlich die Herausforderung und damit auch die Lösungen für den gesicherten Brandschutz aussehen können.

Seilbahn Oberschan-Alvier
In der bestehenden Bergstation soll ein zusätzlicher Trafo für die Energieabdeckung des Seminar- und Ferienhotels eingebaut werden. Im Sockelgeschoss der Bergstation besteht bereits eine Trafostation, die nun vergrössert werden soll. Beim Bau der Anlage wurde der Zugang zur Trafostation aus einer der Einfahrtsbuchten der Kabinenbahn eingerichtet. Bei der Besichtigung der Anlage hat sich rasch gezeigt, dass dies die eine grosse Gefahr darstellt. Bei einem allfälligen Brand in der Trafostation – was durch einen Kurzschluss eine reale Gefahr darstellen kann – würde das Feuer über die Türe und das zusätzliche Lüftungsgitter direkt unter das Seil, oder noch schlimmer, unter eine einfahrende Kabine gelangen.

Ich schlug vor, die Zugangstüre zum Traforaum so zu versetzen, dass sie nicht mehr unmittelbar unter dem Seil, respektive der Kabine zu liegen kommt, sondern mittig dazwischen. Ein zusätzlicher Feuer-Schutzschild über der Türe schützt die Kabinen und auch die Seilanlage im Brandfall wirkungsvoll. Die vorgeschlagenen Massnahmen wurden in der weiteren Planung berücksichtigt und konnten äusserst kostengünstig umgesetzt werden.

Seilbahn Intschi Arnisee
Die Seilbahn Intschi Arnisee wurde vor einigen Jahren teilerneuert und dabei die Seilanlage ersetzt. Nun sollten Technik, Antrieb und Masten ersetzt werden. Als Erstes habe ich eine Begehung vor Ort durchgeführt und den Ist-Zustand der beiden Stationen aufgenommen und dokumentiert. Die Beurteilung der Fluchtwegsituation, die Gebäude und ihre Bauweise sowie die verbauten Materialien waren vor allem von Bedeutung.

Die Betreibenden einer Bahnanlage müssen mit verschiedenen Betriebsstörungen zurechtkommen. Fallen diese mit einem Brandereignis zusammen, ist eine gute Vorbereitung die halbe Miete. So untersuchte ich verschiedene Szenarien auf ihre möglichen Auswirkungen und Gefahren.

In einem Gebäude halten sich immer Personen auf, sei es im Treppenhaus oder in einem Raum. Sie müssen im Notfall geordnet das Gebäude verlassen können. Bei einer Pendelbahn (im Volksmund Luftseilbahn) haben wir Kabinen mit einer grösseren Personenbelegung und bei Kabinen- oder Sesselbahnen sind viele Sessel oder Kabinen mit Personen zwischen den Stationen unterwegs. Diese Personen müssen sicher in die Station gebracht werden, bevor die Seilanlage «schlapp» macht. Daher ist die Frage nach der Notstromversorgung eminent wichtig und war im vorliegenden Fall nicht optimal gelöst. In der Bergstation in der Bahneinfahrt befand sich ein wunderschön aufgeschichtetes Holzlager und die angrenzende Garage für das Pistenfahrzeug war nur durch eine einfache Holzwand von der Station abgetrennt. Sowohl das Holzlager als auch die angrenzende Garage bieten ideale Nahrung für ein ordentliches Feuer und waren deshalb an diesem Ort unerwünscht.

In der Talstation musste der Fluchtweg aus dem Kellerraum sichergestellt und im ersten Obergeschoss die Entfluchtung aus den Betriebsräumen angepasst werden. Die für eine Evakuierung nötige Stromversorgung der Bahn konnte bei diesem Projekt über eine Ringleitung des EW sichergestellt werden. Der alte Dieselgenerator konnte so ausser Betrieb genommen werden, was für den Unterhalt eine Erleichterung und für die Umwelt eine schonende Lösung ist. Diesmal fielen die nötigen Massnahmen um einiges umfangreicher aus, um den sicheren Betrieb zu gewährleisten. Aber gelohnt hat es sich allemal: Im Mai 2018 wurde die Bahn wieder in Betrieb genommen.

Sessellift Mörlialp nach Stössi
Die Aufgabenstellung dieser Bahn unterschied sich von jener der anderen beiden Bahnen. Die Anlage wurde vor ungefähr 10 Jahren saniert und die Betriebsbewilligung mit der Auflage erteilt, dass ein Brandschutzkonzept nachzureichen sei. Da das geforderte Dokument nie eingereicht wurde, drohte die Kontrollstelle IKSS mit der Betriebsschliessung. Hoppla, das wünscht sich wohl niemand!

Nach einer Begehung im Herbst 2018, der erste Schnee fiel gerade, habe ich mich schleunigst an das sehnlich erwartete Brandschutzkonzept gemacht. Nachdem ich mir einen Überblick über die bereits vorhandenen brandschutztechnischen Anlagen verschafft habe, mir über die Entfluchtung, respektive der Sesselbergung bei einem Stromausfall oder Brandfall im Klaren war, erkannte ich rasch, dass in diesem Fall zum Glück keine baulichen Massnahmen nötig sind. Ich versicherte mich nochmals, dass ich nichts vergessen hatte und prüfte die Umgebung der Bahnanlage: Befinden sich in der Nähe der Stationen Gebäude, von denen bei einem Brand das Feuer auf die Bahnanlage übergreifen könnte? Gibt es Gebäude, die unter der Seilanlage stehen und im Brandfall eine Gefahr für die Bahn darstellen? Es war alles in bester Ordnung und durch das nun vorliegende Brandschutzkonzept belegt und dokumentiert. Die Kontrollstelle IKSS beurteilte das ebenso und so stand der Weiterführung des Bahnbetriebes nichts mehr im Wege.

Erachten Sie die Haltung des IKSS als etwas übertrieben? Sobald ein Unfall mit Personenschäden passiert, wird die Frage nach der Verantwortlichkeit zu Recht gestellt. Menschen vertrauen ihre Leben den Bahnbetreibenden an und müssen darauf vertrauen, dass alle Beteiligten nach Stand der Technik und nach bestem Gewissen gearbeitet haben. Mir ist das wichtig, denn die Bahnfahrt ist für mich erst dann ein Genuss, wenn ich mich sicher fühle.

Für Brandschutzkonzepte im Seilbahnbau muss jede Anlage individuell betrachtet und begutachtet werden. Personenschutz steht an erster Stelle und wenn’s dann sein muss: Personen werden nur gesichert und heil «am Seil heruntergelassen».

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Hans Burch
Projektleiter