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Innovative Abtrennung von Trockenwetter­zuläufen

Im Rahmen des ASTRA-Projektes Ausbau-Nordumfahrung (ANU) Los 4 wurden 2016 zwei Strassenabwasser-Behandlungsanlagen (SABAs) erstellt, die das anfallende Strassenabwasser aus dem Einzugsgebiet der ANU Los 4 vor der Einleitung in die Vorfluter reinigen sollen.

Dies sind die SABA Grütwisen mit einer Retentionsfilterfläche von 5'500 m2 und die kleinere SABA Birchstrasse mit einer Filterfläche von 1'500 m2. Im Rahmen der Vorbereitungen auf die Funktionsprüfung der SABAs fiel auf, dass die Leistungsfähigkeit der Kiessandfilter beider Anlagen stark herabgesetzt wird, durch einen ständigen Trockenwetterzulauf, der kein verunreinigtes Strassenabwasser enthält (Kolmatierung der Filter). Hinzu kommt noch die Problematik bei der SABA Birchstrasse, dass der Trockenwetterzulauf einen aussergewöhnlich hohen pH-Wert von > 11 aufweist und somit eine Neutralisation vorgeschaltet werden muss, um die Einleitbedingungen des AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft) stets einhalten zu können. Es wurde im Sommer 2019 im Anschluss an eine umfangreiche Arbeitssitzung beschlossen, dass dieser ständig zufliessende Trockenwetterzulauf abzutrennen ist und ewp wurde durch die Projektleitung des ASTRA Winterthur beauftragt, ein Projekt hierzu zu erarbeiten.

Mehrwert für Betreibende
Um den Betriebsaufwand so gering wie möglich zu halten, werden die beiden Trockenwetterabtrennungen mit einer Meteodaten-Steuerung ausgerüstet. Die Meteodaten von Meteo Schweiz geben bei Trockenwetter das Signal «TW-Q-Pumpen ein» und bei gemeldetem Regen das Signal «TW-Q-Pumpen aus». Hierdurch wird ein automatischer Betrieb gewährleistet. Einzige Ausnahme ist der Fall von anfallendem Schmelzwasser im Winter, wenn es gleichzeitig trocken ist. Dann muss der Unterhalt manuell eingreifen, damit das in der Regel salzhaltige Schmelzwasser auf die SABA und nicht direkt in die Vorfluter eingeleitet wird.

Die TW-Q-Anlagen sollen gemäss aktueller Planung Ende 2020 den Regelbetrieb aufnehmen. Eine manuelle Simulation dieser Trockenwetterabtrennung über ca. ein Jahr hinweg hat gezeigt, dass die Massnahmen eine gute Wirksamkeit erzielen. Die Filter der Retentionsfilterbecken beider SABAs sind im Jahre 2020 erstmalig nicht kolmatiert und haben sogar die projektierte Leistungsfähigkeit bei den Messungen im Sommer 2020 noch leicht übertroffen.

ewp zeichnet sich verantwortlich für die gesamte Projektierung, Realisierung der Anpassung der Pläne des ausgeführten Werkes, inkl. Überarbeitung der Betriebshandbücher für den Nationalstrassenunterhalt, der Betreiber der SABA-Anlagen ist. Das Projekt zeigt, wie ewp mit innovativen, massgeschneiderten Lösungen Mehrwerte für Bauherren und Betreibende schafft.

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Corinne Hugentobler
Projektleiterin