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Planung mit nicht alltäglichen Herausforderungen

Als Basis für die kommunale Planung müssen Gemeinden im Kanton St.Gallen neu eine Innenentwicklungsstrategie vorlegen. Die Gemeinde Kirchberg SG hat diese Vorgabe zum Anlass genommen, die künftige Entwicklung mit der Bevölkerung zu diskutieren. ewp St.Gallen hat diesen Prozess begleitet und im Austausch mit Gemeinderat und Bevölkerung eine Innenentwicklungsstrategie erarbeitet. Mit einer öffentlichen Live-Stream-Präsentation Ende Februar wurden die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen. 

Was macht Kirchberg zu einer lebenswerten Gemeinde? Was macht unsere Dörfer unverwechselbar? Welche Qualitäten schätzen die Einwohnerinnen und Einwohner besonders, und was fehlt ihnen? Fragen wie diese standen am Anfang des Prozesses zur Erarbeitung der Innenentwicklungsstrategie für die Gemeinde Kirchberg SG. Von Beginn an wurde die Bevölkerung immer wieder einbezogen: mit geführten Spaziergängen in den Dörfern, mehreren Online-Umfragen und Workshops. Am ersten Workshop formulierten die Teilnehmenden ihre Empfehlungen und Anliegen für die weitere Arbeit an der Strategie. Die am höchsten bewerteten Themen wurden zu Leitsätzen zusammengefasst und dienten fortan als Richtschnur für die Planung.

Herausforderungen in der Planung

Die Gemeinde Kirchberg SG steht vor einer nicht alltäglichen Herausforderung: Sie verfügt über mehr Baulandreserven als ihr lieb ist. Die Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich nämlich, dass das starke Wachstum der vergangenen Jahre gebremst wird. Die umfangreichen Baulandreserven erschweren aber die Steuerung der künftigen Entwicklung: wo Bauland ist, kann gebaut werden. Was also gemeinhin als Vorteil gilt (grosse Baulandreserven), entpuppt sich in Kirchberg als Pferdefuss. Weil die Mehrheit der Bevölkerung nicht auf Auszonungen zurückgreifen möchte, fehlen die herkömmlichen Steuerungsinstrumente, um die Entwicklung wie gewünscht zu bremsen.

Die Gemeinde setzt nun auf informelle Massnahmen: Durch die etappierte Entwicklung der Baugebiete soll das Wachstum verlangsamt und der Bodenverbrauch reduziert werden. Einzelne, weniger geeignete Gebiete sollen als Reserve zurückgestellt werden. Dank dieser Verknappung des Baulands sollen Anreize zur Entwicklung nach Innen entstehen. Dabei kommt der Gemeinde entgegen, dass sie über mehrere Grundstücke und somit über einen gewissen (Ver-) Handlungsspielraum verfügt.

Als Herausforderung im Planungsprozess erwies sich zudem die dezentrale Gemeindestruktur mit sechs Dörfern und diversen Weilern, die als sehr eigenständige und ebenso unterschiedliche Dorfgemeinschaften funktionieren. Der Partizipationsprozess machte deutlich, wie wichtig der Bevölkerung diese unterschiedlichen Identitäten sind. Als Reaktion darauf enthält die Strategie verschiedene Massnahmen zur Förderung der Baukultur und baulichen Identität, z.B. mit differenzierten Kernzonen-Vorschriften, die auf die Besonderheiten der Dörfer eingehen. Um die dörfliche Identität und das Dorfleben zu stärken, sollen zudem in allen Dörfern lokale Treffpunkte oder Begegnungsorte entstehen. Für die Planung werden die Einwohnerinnen und Einwohner einbezogen.

In Pandemie-Zeiten hilft Kreativität

Nachdem die ersten Informations- und Mitwirkungsanlässe noch in gewohnter Art und Weise durchgeführt werden konnten, galten für den zweiten Workshop mit der Bevölkerung die Einschränkungen der Corona-Pandemie. Dank einem guten Schutzkonzept der Gemeinde und geeigneten Räumlichkeiten konnte der Anlass dennoch durchgeführt werden. Für die Schlusspräsentation der Strategie hat die Gemeinde Kreativität bewiesen und lokales Potenzial genutzt: Die in Kirchberg ansässige Firma Syma ist im Messebau und Eventbereich tätig und verfügt über eine professionelle Eventtechnik und -infrastruktur. Kurzerhand wurde also die Syma für eine Zusammenarbeit angefragt. So konnte die öffentliche Schlusspräsentation der Innenentwicklungsstrategie Ende Februar 2021 als Live-Stream aus der Syma-Eingangshalle durchgeführt werden – eine ganz neue Herausforderung für die Referentinnen und Referenten…

Wie weiter?

Die Innenentwicklungsstrategie wird nun in die formellen Instrumente der Ortsplanung integriert. Wir freuen uns, dass sich die Gemeinde Kirchberg dabei für ewp entschieden hat. Auch in den anstehenden Arbeitsschritten setzen wir auf die mittlerweile bewährten Erfolgsfaktoren: regelmässige Information, vielfältige Mitwirkungsformen – und klar formulierte, ansprechend aufbereitete Diskussionsgrundlagen und Resultate.

«Die Zusammenarbeit mit ewp hat bestens funktioniert und zu einem überzeugenden Resultat geführt. Der Gemeinderat und die Bevölkerung sind mit der Strategie sehr zufrieden.

Die Strategie Innenentwicklung ist in der Bevölkerung gut akzeptiert und bildet eine tolle Grundlage bei der Erarbeitung der Nutzungsplanung.»

Roman Habrik, Gemeindepräsident Kirchberg SG

Unsere Leistungen

Das Projekt war in zwei Phasen gegliedert. In der Grundlagenphase wurden die bestehenden Planungen gesichtet, die Entwicklung von Bevölkerung und Bebauung untersucht und die neuen Gesetzesgrundlagen aufgearbeitet. Als Grundlage für die weitere Planung wurde zudem das Entwicklungspotenzial im Bestand ermittelt und dargestellt. Gestützt auf eine detaillierte Eignungsanalyse wurden in der zweiten Phase Zielbilder und Massnahmenpläne für alle Ortschaften erarbeitet und Handlungsansätze für eine Entwicklung mit Qualität festgehalten. Die Leistungen im Detail:

  • planerische Bestandsaufnahme und Analyse, diverse GIS-basierte Auswertungen (inkl. Dokumentation)
  • Konzeption und Begleitung des umfangreichen Partizipationsprozesses
  • Potenzial- und Eignungsanalyse
  • Innenentwicklungsstrategie (aufbereitet als Broschüre für die Bevölkerung, mit ausführlicher Dokumentation des Prozesses

(Foto Vorschaubild: Ratskanzlei Gemeinde Kirchberg)

Projektdetails

Auftraggeberin:
Gemeinde Kirchberg SG

Planungszeitraum:
Januar 2019 bis Februar 2021

Projektleiterin ewp:
Corina Vuilleumier 

Gemeindeblatt-Sonderausgabe:
Strategie Innenentwicklung:
Landschaft und Räume für Lebensträume

Zusammenarbeit:
Petra Neff, frischer wind, St.Gallen
(Konzeption und Moderation Workshops)

Bruno Bottlang, Atelier Bottlang St.Gallen
(städtebauliche Beratung)

Publikationsdatum:
25. März 2021

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Projektleiter